Bacopa Monnieri (Brahmi): Kleines Fettblatt – großer Star!

Eine der ältesten und bekanntesten Pflanzen der indischen Heilkunst ist Bacopa Monnieri oder Brahmi, wie es in Indien genannt wird. Dort findet es traditionell Anwendung von Studenten und Gelehrten. Wir haben uns die unscheinbare aber erstaunliche Pflanze genauer angeschaut.


Die Blätter und die Blüte eines Bacopa Monnieri

Woher stammt Bacopa Monnieri?

Bacopa Monnieri gehört zur Gattung der Fettblätter, den Bacopa, und wurde erstmals durch den französischen Botaniker Louis Guillaume Le Monnier beschrieben. Daher der wohlklingende Name. Auf deutsch heißt es Kleines Fettblatt, bekannter ist es aber unter seinem indischen Handelsnamen Brahmi. Die Sumpfpflanze ist eine der am weitesten verbreiteten Arten der Fettblätter und in den tropischen Regionen rund um den Globus zu finden, bevorzugt jedoch in Afrika und Asien, wo sie aufgrund ihres Nutzens als Heilpflanze auch kultiviert wird.

Brahmi im Ayurveda

Seit alters wird Brahmi in der ayurvedischen Heilkunst genutzt. Es findet Erwähnung im Charakra Samhita, dem ältesten noch erhaltenen medizinischen Werk Indiens. Der Respekt für die Pflanze spiegelt sich in dem Wort Brahmi wider, denn das bezieht sich auf den Schöpfungsgott Brahma, der in der indischen Kultur mit jeder Form der Kreativität verbunden ist. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Brahmi ebenfalls verwendet.

Frau bei einer ayurvedischen Anwendung

Welche Inhaltsstoffe sind in Brahmi enthalten?

Wie kommt es nun, dass eine so unscheinbare Pflanze solch einen vielfältigen Nutzen zu haben scheint? Das Kleine Fettblatt enthält gleich eine ganze Reihe interessanter Stoffe, darunter vor allem die Saponine Bacosid A und B, die Flavonoide Luteolin und Apigenin, das Alkaloid Brahmin sowie Phytosterine. Saponine sind natürliche Seifen und kommen in einer Vielzahl an Pflanzen vor. Sie dienen dort vermutlich der Abwehr von Schädlingen. Flavonoide dienen Pflanzen hauptsächlich als Farbstoff. Sie sind häufig in den Schalen von Früchten konzentriert oder in den Blättern von Tee und gelangen so in den menschlichen Organismus.

Brahmi Pulver in einer Schale

Wie wird Brahmi verwendet?

Bacopa Monnieri kann durchaus frisch als Küchenkraut verwendet werden, sollte aufgrund seines sehr bitteren Geschmacks allerdings sparsam verwendet werden. Zudem gehen die wertvollen Inhaltsstoffe durch Erhitzung fast vollständig verloren. Empfohlen wird die Verwendung als standardisiertes Extrakt. Dazu werden die Blätter der Pflanze, bei maximal 42 Grad Celsius, vorsichtig getrocknet, zu einem feinen Pulver zerrieben und anschließend in mehreren Schritten gereinigt und konzentriert. Das Extrakt erhält so eine Konzentration von etwa 20 Prozent der wertvollen Bacoside.

Vom Geheimtipp zum Star

Bacopa monnieri gewinnt auch in westlichen Ländern zunehmend Bedeutung als so genanntes Smart Food. Seit Jahrhunderten schreibt Brahmi eine Erfolgsgeschichte in der traditionellen ayurvedischen Heilkunst. Sollten die bisherigen Forschungsergebnisse in weiterführenden Studien bestätigt werden, dürfte diesem Erfolg auch in der westlichen Welt nichts mehr im Wege stehen.